Fragment 027
Ich liege nachts noch wach. Schatten erzählen mir Geschichten, der Vergangenheit. Sterne erzählen mir Märchen, der Gegenwart. Der Mond erzählt mir vom Wissen, der Zukunft. Ich lausche, ganz leise, um die Gespenster der Nacht nicht zu erschrecken, um sie nicht zu verängstigen. Sie kommen nur selten zu Besuch. Ganz klamm vom tau der Nacht. Gesellen sich zu mir, ganz sanft, und streicheln mir durchs Haar. Ich lasse es mit mir geschehen. Genieße den Augenblick. Träume. Klaviergeflüster beflügelt meine Gedanken. Stimmungsvolle Melancholie, ausgearbeitet in geistiger Regie, ohne Noten und Blatt, rein instinktiv aus dem Herzen kommend. Nonverbale Kommunikation, mit den Gestalten der Nacht. Bis der nächste Morgen anbricht. Ganz leise verschwunden. „Hörst du sie noch in der Ferne?“ Ganz leise flüstern. Ich warte auf euch, bis zur nächsten Nacht.


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