Fragment 031

Nachts sind alle Spiegelbilder grau. Verschwommen läuft Blut aus meinen Augen, über die Wangen, hinunter zur Brust. Weitere Schnitte folgen an Armen, Beinen, Händen, Schläge auf den Rücken. Immer und immer wieder, Schläge auf den Rücken. Ich betrachte mich im Glas. Mein innerstes verzerrt, und zerstückelt. Leise klingen die Worte in der Nacht. Ich hasse mich und meinen Körper. Denn ich habe dich  angelogen. Alkohol. Drogen. Wahnsinn. Kunst. Ich habe euch angelogen. Borderline. Anorexie. Blut. Ich habe mich angelogen. Freiheit. Gleichheit. Brüderlichkeit. Mein Spiegelbild. Ich liebe Dich, dafür das ich dich hasse. Die Stimme die zu mir spricht, im Radio. Ich höre dich nicht. Mein Kater läuft im Schritt. Gleich. Schritt. Wartend auf den nächsten Abend. Auf den. Nächsten. Abend. Für immer. Gleichschritt.

~ von gabrielstagebuch am Oktober 8, 2007.

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