Fragment 035

Damals als Kind war alles von naiver Schönheit. Der Himmel war blau, die Wiesen grün und selbst der Winter blickte mit seiner strengen Erhabenheit tief in meine Seele. Es gab viel zu entdecken, denn jeder Tag bot ein neues Abenteuer das bestanden werden musste, Lösungen gefunden wurden für kleinliche Probleme die in Wirklichkeit nur einen neuen Erfahrungsschatz darboten die darauf hofften gefunden zu werden. Man teilte alles. Freunde, Freud und Leid, das von Oma geschmierte Butterbrot. Freunde waren zahlreich vorhanden, die auserwählten wurden Blutsbrüder und Schwestern. Geheimnisträger unvorstellbaren Wissens. Vertraute durch und durch, die einem zur bittersten Not mit Rat, Erfahrung und Freundschaft zur Seite standen. Standhaft wie Wellenbrecher unter Druck der stürmischen See, bis die Wogen sich wieder glättenund die Sonne durch die Wolkendecke brach. Damals als Kind war ich in meiner Phantasie Held, Ritter und Erfinder. Ich habe gegen Monster gekämpft die so groß wie Städte waren, rettete Menschen die mich darum baten und konstruierte Maschinen die es an Technik und Idee mit jeder Erfindung der Geschichte locker aufnehmen konnte. Ich sprach mit Tieren und zu aller aber nicht meiner eigener Verwunderung, konnte ich sie auch verstehen. Wir redeten über unverständnisvolle Erwachsene, Erfahrungen und die heimliche Liebe zu meinem Lehrer an einer Grundschule. Damals war alles so wunderbar, Naiv. Ich trauere dir nicht nach Kindheit, aber manchmal als Erwachsener Mensch vermisse ich dich.

~ von gabrielstagebuch am Oktober 8, 2007.

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