Fragment 044

Der Abend erscheint als Wolken verhangener Himmel. Geräusche plätschern aus dem Radio und versuchen meine Gedanken zu ertränken. Der Körper erstickt in der Kälte eines Zimmers und Geister erbrechen sich auf das Papier, besudelt und beschmutzt das Jungfräuliche weiß, Der Schwanz eine Stahlfeder. Lyrische Vergewaltigung, blutig Rot. Kryptische Versuchung, unaufhaltsames denken, verschmierende Tastaturlaute eines sich nähernden Computers. Die Elektrik summt leise vor sich hin. Züge und Geköpfte Giraffen. Schatten an der Zimmeraußenseite die nach mir greifen. Die dritte Eingangstür bewegt sich im östlichen Winkel. Weiße Wände, weiße Gasmasken an immer noch weißen Wänden. Mir wird eine “Nicht der Tatsachen entsprechende” Wahrnehmung unterstellt obwohl ich seit fünf Minuten Beobachte. Aber…was sehe ich? Realität? Gedanken oder eine Scheinwirklichkeit. Material zerbricht unter meinen Zähnen, die wiederum unter Bakterien. Kleines tötet. Lautstärke stört. Rechtschreibung verbiegt sich unter meinem Wahnsinn. Englische Texte verschwimmen mit einer vergessenen Vergänglichkeit. Wenn ich sterbe erscheint mir das Ende ganz in Weiß. Wie meine Zimmerwände. Rechtwinklig, Kalt, Nackt und weiß.

~ von gabrielstagebuch am Oktober 8, 2007.

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