Fragment 046

Das ist der Atem der Nacht. Ich arbeite und schreibe gerne in den Abendstunden. In der Zeit wo sich die meisten zu Bett legen, um genügend Schlaf zu bekommen, sitze ich draußen oder an meinem Schreibtisch. Sinne über dies mal jenes und lasse meine Gedanken schweifen. Ich beobachte Dinge und Begebenheiten, versuche sie in Worte zu fassen.  Ungestört kann ich arbeiten und werde nicht durch das klingeln vom Postboten, das lachen der Nachbarskinder, einparkenden Autos oder sich laut unterhaltenen Passanten unterbrochen. Damals als ich eine Zeitlang noch keine eigene Wohnung hatte, saß ich oft auf der Fensterbank und beobachtet die Sterne. Ich liebe die Nacht, wenn sie mich umhüllt, sich an sich schmiegt und mir von vergangenen Zeiten erzählt. Dann fühle ich mich geborgen und spüre auf meiner kalten Haut den Atem der Nacht. Ich bitte dich, Vergiss mein nicht.

~ von gabrielstagebuch am Oktober 8, 2007.

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