Fragment 065
Fußball spielende jugendliche, Stimmen, Vorbei fahrende Autos das Rauschen im Wind, Vogelgezwitscher, Knatternde Motoren einer benachbarten Straße und das sich lang ziehende Aufeinanderschlagen von Metallplatten in einer benachbarten Fabrik. Das alles sind Geräusche die mich umgeben. Ist das die Zivilisation die zu mir spricht? Es ist schon seltsam das mir das alles jetzt erst wieder in den Sinn kommt. Jahrelang wurde mein Gehör mit diesen konfrontiert ohne von mir eine Beachtung zu erhalten. Erst seit einigen Jahren kann ich mich wieder auf einzelne Dinge Konzentrieren und sie mit in meine Überlegungen des Alltags aufnehmen. Heutzutage leben wir Menschen in einer viel zu schnelllebigen Zeit, zwischen immer mehr werdender Arbeit und kürzeren Tag und Nachtzeiten. Die wenigen Minuten die uns im leben bleiben, verbringen wir damit unseren geschundenen Körper mit wohldosierten Urlaubstagen zu beruhigen. Und selbst die sind in den meisten Fällen genauso durchdacht wie der Alltag den wir zu entfliehen versuchen. Seit dem ich die schützenden Hände verlassen habe die mich hielten ist mein Dasein um einiges härter geworden. Es beunruhigt mich aber nicht, ganz im Gegenteil. Es ist als ob ich ein Fenster zu meinen innersten wünschen im Herzen geöffnet hätte, denn nach und nach kann ich mich von meiner eigenen Dogma befreien ohne Angst haben zu müssen Fehler der Untätigkeit zu begehen. Endlich kann ich wieder Leben. Endlich darf ich wieder Denken.


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