Fragment 008
Kaltes Gebäude. Flackerndes Neonlicht. Weiße Kittel. Weiße Flure. Gleißende Helligkeit. Ich arbeite hier schon seit Jahren. Jeden Tag besuche ich sie. Schütterndes Haar. Faltiges Gesicht. Trübe Augen. Gezeichnet vom Leben Gezeichnet durch Krankheit. Wenige Worte wechseln den Besitzer. An der Wand ein Bild von Monet. Farblos, im Gegensatz zur Dunkelheit. Die Bettwäsche riecht steril. Jeden Tag gewechselt. Geräte summen leise vor sich hin. Ich beachte sie schon seit langen nicht mehr. Müdigkeit überkommt mich. Zähle die Stunden. Die Zeit wandert weiter. Unaufhaltsam. Ein Leben lang. Ich helfe wo ich kann. Inspiziere Zimmer. Anonyme Sterbevorbereitung. Seelenlose Arbeit. Von Gott gewollt. Ich spreche zu ihm. Doch er antwortete nicht. Wahrscheinlich wichtigeres zu erledigen. Tagtäglich gehe ich hier ein und aus. Eine fleißige Drohne. Seelenlos. Ein Arbeitstier. Schaue jedes Mal bei ihr vorbei. Eingetrichterte Routine. Keine Verwandten. Das ich als letzter Halt. Lange Gespräche. Leise. Vorsichtig. Langsam suchend. Das Eis bricht in der einundzwanzig. Am Abend. Ziehe dir Vorhänge zu. Ersticke das letzte Licht. Schließe die Tür. Am nächsten Tag. Eine Kerze an der Information. Hetzende Schritte. Tür auf. Im Bett eine andere Person: Ausgewechseltes Schicksal. Ausgewechseltes Leben. Der letzte Gang. Allein. Ich war nicht da. Tränen laufen mir die Wangen herunter. Versiegen in die Unendlichkeit. Seelische Schmerzen. Ich war nicht da.


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