Fragment 082

Ich wache auf. Leise stimmen erhellen die eisige kalte Nacht. Orientierungslos aufwachend versuche ich die Quelle der gestörten Nachtruhe ausfindig zu machen. Auf der anderen Seite meiner Wohnung sind, bisher noch sehr leise, Stimmen mehrer Personen zu hören. Mein Blick fällt nach Rechts, nichts außer das weiße undurchdringliche Mauerwerk. Apathie und Schlaf wollen wieder Besitz über der Situation erlangen werden aber von Angst und Neugier abgelöst und so in die Vergessenheit der Vernunft geworfen. Ich richte mich langsam auf und Recke mich an der Baumkrone hinter mir hoch um mir einen besseren Überblick zu verschaffen. Außer den näher kommenden Lauten kann ich nichts hören. Alles ist still und unbehaglich. Ich drehe mich nach links, und durch zwei Astlöcher kann ich mehrere Schatten erkennen. Sie sind alle sehr Dunkel und die Hektik in ihren Bewegungen, lässt den Anschein haben das sie sich auf der Flucht befinden. schneller Atmend horche ich der Diskussion ohne wirklich etwas mitzubekommen. Es wird zu leise gesprochen. Ein knacken und kracken lässt mich hochfahren und erschrocken sehe ich an dem Baum herunter. Zwei Hände tasten sich herauf und versuchen einen festen Halt zu finden bevor sie einen nachfolgenden Körper gebären wollen. Mein unbewusster Fall, lässt mich Hochfahren und Panik ergreift mich. Weitere Hände schlüpfen durch eine andere stelle und schieben dabei einen Pelikan beiseite um eine größere Öffnung zu schaffen. Ich blicke auf die beiden Löcher und meine, schon fast zwanghafte Neugier, lässt mich wieder durchschauen. Diesmal sehe ich ein Aufgebot der Ortsansässigen Polizei, die gerade, so hat es für mich den Anschein ihre Planung zur Erstürmung meines Zimmers beendet haben und ihre Vorgehensweise in die Tat umsetzen wollen. Im selben Moment gelingt es ein paar Freiwilligen der Durchbruch. Kopf und Haltlos ergreife ich die Flucht. Wie so stürmt die Polizei mein Zimmer um an meine Gedanken zu kommen? Was habe ich getan? Werde ich gesucht? Bin ich überhaupt das Primärziel oder liegt eine Verwechslung vor? Fragen zerlöchern meinen von Hast getriebenen Geist. Mein Weg ohne Ziel in dieser dunklen Welt. Alles zurücklassen was mir wichtig erschien für immer alleine. Ich stolpere laufend und versuche, so gut wie möglich, das Gleichgewicht, zu halten. Es will mir nicht gelingen. Und so über ziehen Schürfwunden und Kratzer meine Arme und Beine. Blut fließt und meine Lunge sticht scharf. Ohne ein einziges mal zurück geschaut zu haben komme ich an einem Frühlings haft grünen Hügel an, endlich verschnaufend, Schutz an einer nahe gelegenen Bushaltestelle suchend. Ich setze mich auf die Bank und das letzte was ich noch sehe ist wie die Sonne aufgeht und ihre warmen Sonnenstrahlen meine Haut bedecken. Der Genuss der wohlwollenden Wärme lässt mich die Augen schließen und erstarren. Endlich Ruhe. Ich wache auf und kalter Schweiß benetzt meine Haut Ich drehe den Kopf zur Seite und sehe nichts als Dunkelheit und schwärze. „Das gibt eine schlimme Grippe.” Seufzt es in mir und mit einem gleichgültigen lächeln schließe ich die Augen und falle in einen von Fieber geschüttelten Schlaf.

~ von gabrielstagebuch am Oktober 8, 2007.

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