Fragment 089
Es geht mir schlecht. Ich habe mittlere bis starke Migräne, einige Erkältungsanzeichen und Fieber. Ich liege auf meinem Bett und starre die Decke an. Ungewöhnlicherweise habe ich das starke verlangen mich auf den harten Boden zu legen anstelle auf die Schlafcouch die ihren festen Platz im Nebenzimmer hat. Ich bin umgeben von Büchern, Sinnlosen Zeug und alten Kartons. Ich erscheine als irgendein Gegenstand der in Vergessenheit geraten ist. Ich habe mich schon lange nicht mehr so einsam gefühlt. Wie damals bei meiner Mutter. Ich zog dann durch die Straßen immer auf der suche nach Abenteuern. Für mich war es ein Spiel. Denn meine lustigen Phantasiewelten waren schöner als die Realität vor der ich mich zu flüchten versucht habe. Schöner als eine Mutter die mit Blutigen Beinen und einer Sektflasche nach einem schlägt, weil ich ihren Alkohol in den Ausguss geschüttet hatte. Zu wenig Zeit, vorbei die Entscheidung Kaltherzig alleine zu sterben, nichts als Erinnerungen. Komm her Kälte und dring endlich in mich ein. Bisher konnte ich noch nie richtig glücklich sein auch wenn es für meine Mitmenschen so erscheint, ist dieses nur eine Theater Fassade. Dieses Buch ist nicht für mich geschrieben sondern für jeden einzelnen Menschen die ich durch meine Untätigkeit verletzt oder verloren habe. Zu viele begegneten mir, zu viele verabschiedeten sich. Ich glaube nicht an das auseinander leben verschiedener Individuen, sondern an die ewige geistige Freundschaft. Ihr habt alle Platz in meinem Herzen, auch wenn ihr noch vor einer Mauer aus schmerzen warten müsst bis ich euch endlich in mein wahres selbst einladen kann. Hiermit versuche ich vor mir selber Rechenschaft abzulegen, damit ich endlich in Ruhe sterben kann, bis dahin lecke ich meine Wunden und warte. Es wird dunkel. Dunkelheit und Fieber tanzen im Raum und ich schaue ihnen zu. Für immer. Dunkel. Für Fieber. Himmel. Fiebertanz Schwarzfieber. Schlaf. Endlich.


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