Fragment 100

Ich sitze draußen und warte dass etwas geschieht. Nichts passiert. Meine Gedanken verlieren sich ins bodenlose und nur so lange ich in die vernietete Röhre schaue, umso tiefer blickt sie in mich zurück. Das unstetige Nichtstun kann anstrengender sein als die schwerste Arbeit. Das nicht wissende warten. Warten auf irgendetwas. Warten auf ein Ereignis. Warten. Man findet keine Ruhe, fängt an zu denken, an zu fragen. Wenn du jemanden zermürben willst, lasse ihn warten. Stelle ihn irgendwo hin und sage: „Warte hier.“ Dann gehst du weg. Wohin? Egal. Manche warten sich zu Tode, wiederum andere warten sieben wiederholende Wörter lang auf das Ende vom Fragment.

~ von gabrielstagebuch am Oktober 8, 2007.

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