Fragment 103
Wenn ich mich in den kleinen Bereich zwänge, nur eine winzige Öffnung als ein und Ausgang und meine Gedanken schweifen lasse, kommt es mir vor als könnte ich sie alle einzeln betrachten. Nah fliegen sie vor meinen Augen, da sie sich genau so wie ich auf engsten Raum befinden. Vorsichtig kann ich sie streicheln und anfassen, sie entwirren oder vermengen. Wie viel es auf einmal sind. Sonst entschwirren sie geschwind. Daran gedacht und im nächsten Moment, wieder verschwunden. Hier wo ich mich befinde, vergisst man nichts. Alles ist Intensiv. Mann erlebt eine unfassbare Vertrautheit, die sonnst durch die Hektik des Alltags mehr als schnell verloren geht. Manchmal habe ich das Gefühl das wir vergessen wer wir sind, wo wir herkommen und am wichtigsten. Wo wir hinwollen. Zu viel lassen wir uns aufschwatzen, werden an jener Ecke von diesem überzeugt und im nächsten Augenblick von etwas anderem. Schnelllebig ist unsere zeit geworden. Weinachten beginnt schon im September, das neue Jahr gleich fünf Minuten danach. Alles in einem Rutsch. Und weiter? Wieder was Neues. Es gibt immer Arbeit, es gibt immer was zu tun. Lasst euch überzeugen. Keine Zeit mehr für Nonsens. Ich aber träume manchmal davon mich in meinen Gedanken zu verlieren.


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