Sternenlos. Das zarte rosa, einer Kirschblüte, hell in der Nacht, umrandet durch schwarzen Lack. Der Nacht. Ich denke oft an dich. Meine Kirschblüte. zärtliche Vergangenheit, die mich umschmeichelt. Dein Haar. So weich, verschmilzt mit dem Wind, wird eins in der Unendlichkeit. Deine Augen. So blau wie das Japanische Meer. Gicht benetzt meine verletzte Haut. Sprichst du mit mir, meine Kirschblüte? Was flüstert deine Stimme so sanft im Wind? Ich verstehe dich nicht. Alle Wege vereinen sich. Auf Nacht folgt der Tag. Auch unsere werden sich treffen, für immer. Der Wind packt mich an den Haaren, zerrt und keift, trägt mich für kurze Zeit. Bis du mich aufnimmst, in deine Arme. Nur für dich meine Kirschblüte. Nur für dich. Verzeihe mir bitte, aber ich liebe dich. Ich schließe die Augen. Du nimmst mich in die Arme. Halte mich. Lebe mich. Für immer, für immer meine Kirschblüte. Für immer.
Fragment 007
Ich fahre durch die Nacht. Vereinzelte Lichter ziehen an mir vorbei. Schatten über Schatten. Geäst das nach mir greift. Spiegelbilder in der Seitenscheibe. Zerkratzte Haut. Fingerabdrücke in der Vergangenheit. Rauchschwaden ziehen in der Ferne ihre bahnen. Müde Wanderer in der Dunkelheit. Es ist kalt und nass. Feuchtigkeit dringt in mich ein, zersetzt mich, lässt mich los von allen sorgen. Nur noch Gefühl, nur noch Geister. Sie schlafen nicht. Unsichtbar heben und senken sich ihre Leiber, Töne verklingen. Sie verlassen mich Und Sirenen besingen den Abschied. Neue kommen hinzu, begleiten mich auf einer ungewissen Reise. Auf unbekannten Wegen. Luna scheint Blutrot. Die Rose der Nacht. Mit ihren Schwestern den Sternen. Sie folgen unaufhörlich meinen Lebenswegen. Unablässig. Wie mein Schatten. Ich vergesse Sie. Fahre weiter. Halte an. Ruhe mich aus. Eine kurze Zeit der Besinnung. Weiter. Immer weiter. Ich sehe Gesichter in meiner Hand. Flackerndes Licht. Tanzend. Verschwimmend. Wieder auftauchend. Gehässiges Zeug. Wichte. Unfähig zu Leben. Außer in ihren Gedanken. Fremde Sprachen. Dringen in mich ein, unterlegt mit schrecklicher Musik. Verzerrend. Schreiend. Langsam sterbend. Außer sich die Fremde. Wird mich nie erreichen. Und ich hoffe nicht auf ihren Besuch.
Fragment 008
Kaltes Gebäude. Flackerndes Neonlicht. Weiße Kittel. Weiße Flure. Gleißende Helligkeit. Ich arbeite hier schon seit Jahren. Jeden Tag besuche ich sie. Schütterndes Haar. Faltiges Gesicht. Trübe Augen. Gezeichnet vom Leben Gezeichnet durch Krankheit. Wenige Worte wechseln den Besitzer. An der Wand ein Bild von Monet. Farblos, im Gegensatz zur Dunkelheit. Die Bettwäsche riecht steril. Jeden Tag gewechselt. Geräte summen leise vor sich hin. Ich beachte sie schon seit langen nicht mehr. Müdigkeit überkommt mich. Zähle die Stunden. Die Zeit wandert weiter. Unaufhaltsam. Ein Leben lang. Ich helfe wo ich kann. Inspiziere Zimmer. Anonyme Sterbevorbereitung. Seelenlose Arbeit. Von Gott gewollt. Ich spreche zu ihm. Doch er antwortete nicht. Wahrscheinlich wichtigeres zu erledigen. Tagtäglich gehe ich hier ein und aus. Eine fleißige Drohne. Seelenlos. Ein Arbeitstier. Schaue jedes Mal bei ihr vorbei. Eingetrichterte Routine. Keine Verwandten. Das ich als letzter Halt. Lange Gespräche. Leise. Vorsichtig. Langsam suchend. Das Eis bricht in der einundzwanzig. Am Abend. Ziehe dir Vorhänge zu. Ersticke das letzte Licht. Schließe die Tür. Am nächsten Tag. Eine Kerze an der Information. Hetzende Schritte. Tür auf. Im Bett eine andere Person: Ausgewechseltes Schicksal. Ausgewechseltes Leben. Der letzte Gang. Allein. Ich war nicht da. Tränen laufen mir die Wangen herunter. Versiegen in die Unendlichkeit. Seelische Schmerzen. Ich war nicht da.
Fragment 009
Schatten bewegen sich langsam, folgen meinem Stift. Ich benetze Papier, mit meinen zersetzenden Gedanken. Er schleicht durch die stille, beobachtet mich, ganz leise, schaut er aus dunklen Ecken. Wartet. Schätzt mich ab. Taxiert mich. Mich. Alleiniges erhabenes Konstrukt. Gedankenlos. Verschmiert meine Sinne, rot verschmilzt mit dem Feuer und löscht es. Erneuert durch meine Hand, ein mini Universum, zu neuem Leben erwacht. Die Luft ist stickig und schwül. Schlaflosigkeit. Halluzinationen und Paranoia. Ich lebe immer noch, in einzelnen Seiten, bedeutungslos. Wie eine Kerze. Bedeutungslos.
Fragment 010
Ein Kreis aus Rillen, unverständliche Beschriftungen. Reflexionen auf Glas. Es spiegelt sich darin, das sein. Kabel durchziehen dich, teilweise beschnitten, und verknotet. Staubig und alt bist du, nicht mehr zu gebrauchen. Stehst auf meinem Zeichentisch. Manchmal noch, nehme ich dich in die Hand, betrachte dich, entferne ein Stück. Fragmente, neu zusammen gesetzt, modifiziert und brauchbar gemacht. Wie lange wirst du noch dort stehen? Tage? Monate? Jahre? Ich weiß es nicht. Bis dahin lass uns Freunde bleiben. Du hilfst mir mit den Bauteilen deines Körpers, und dafür Zolle ich dir den Respekt, den du verdienst. Für immer, bis du nicht mehr bist.
Fragment 011
Rot, tropft es auf das Papier, Fasern ertrinken, und verwandeln sich zu einem neuem Bilde, ich erkenne sie nicht als das was sie sind. Verschwendungen. Denn Ich sehe vor mir, einen Dschungel aus, Notwendigkeiten, und überflüssigen Erinnerungen. Manches ist praktisch, liegt sortiert und wird oft gebraucht. Anderes verstaubt, und ziert das Umfeld. Unsinnig aber schön an zu sehen. Ein minimal Chaos, auf den ersten Blick, auf den zweiten, das Panoptikum des Lebens.
Fragment 012
Heiß und verschmutzt, liegst du vor mir, deine Flammen lodern nur schwach, ein Hauch von mir würde genügen, um dich zu töten. Dir ist es nicht bewusst, aber du lockst meine Versuchung, ins unerträgliche, andere spielen mit, bewegen und berühren dich, ich beobachte, still und leise, mache mir meine Gedanken, und lasse der Zeit den Lauf. Schichten über Schichten, zieren deine Umgebung, verschiedenartig, schlängeln sie sich, übereinander und nebenher. Die zeit wird es zeigen, was aus dir wird.
Fragment 013
Drei beobachten eine. Sie unterhält sich, genießt den Abend. Sie verschwinden. Ein DJ legt auf, vertieft in seine Arbeit. Sie wird beobachtet, beschattet. Keine Wahrnehmung. Ein anderer Kontakt. Vergessenheit. Schwärze. Zwei Trinker, sich nicht beachtend. Ein Raucher, auspustend. Mitfahrerin. Schulterblick, in der Fahrschule gelernt. Kreuze am Wegesrand, untermalen das Szenario. Es scheint der Mond. Beide vom Anfang haben sich gefunden, aber immer gibt es jemanden, der Alleine ist. Beschäftigungstherapie mit einem Cocktailglas. Gruppierung. Glatzkopf der Ignoranz, wieder ein Trinker, wartend, mit gekreuzten Armen, in sich selber vertieft. Bedienung. Weiter Ausschnitt. Ohne Haare, 70´ Tapeten. Beobachtung. Einschütten. Servieren. Unter die Lupe nehmen. Es gehört sich ein korrektes Verhalten in der Lounge. Am Eingang steht eine gelangweilte Sie. Strähnen durchziehen ihr im Gesicht. Kapuzen. Die es vorziehen sich noch mehr zu verstecken. Coolness gepaart mit Kunst. Er links. Sie rechts. Beide auf dem Sofa, starren gelangweilt. Sie geht. Er geht. Zurück bleibt die Kurzgeschichte vom Sofa. Personen essen und trinken, unterhalten sich. Gekreuzigte Augen, verboten bis in alle Ewigkeit. Amen. Ein melancholischer Blick, ein Mann schaut unter dem Tisch hervor, erblickt Zigaretten und Bier plus die dazu gehörige Person. Drei Randgruppen Menschen, und wieder die zwei verliebten. In sich selbst aufbauende Größe, in sich selbst zusammenquetschender Zwang, ein zusammenfließender Kuss. Rechts. Links. Die heilige Frau. Ein Schädel. Halbiert. Ein beobachtender. Der Totenkopf fällt aus dem Bild, und bleibt unbekannt. Eine Marionettenspielerin. Bewegt den Schreiber. Spielt, und es naht sich dem, vorzeitigen.
Fragment 014
Es ist tief in der Nacht, ich sitze draußen. Rauche noch eine Zigarre, und lausche. Der Wind der zwischen den Blättern raschelt, leises quietschen eines sich nähernden Zuges, Grillen die leise vor sich hin zirpen, die Autos in den Straßen. Das ist der Atem der Nacht. Ich liebe Dich.
Fragment 015
Ich kapsele mich ab, lausche der Musik. Schreibe um mich ab zu lenken. Menschen machen mich krank. Die Kinder zu laut. Die Frauen zu parfümiert. Die Jugendlichen zu stark. Die Männer zu alt. Das Amt ist für mich die Hölle, nichtige Bürokratie. Zu viele Gedanken. Bedürfnisse. Wünsche. Hoffnungen, auf einen Haufen. Darunter die Beamten. Hoffnungslos überfordert, die rechte weiß nicht was die linke sagt. Dazwischen Vegetiere ich, zwischen, Kaffee trinkenden Drohnen, und Gesellschaftlichem Abfall. Menschen verbreiten Propaganda, wie zu NS Zeiten. Nur Konservativer. Sie fressen es in sich hinein, sang und klanglos, ohne Worte, ohne Gedanken. Das Leben kann so leicht sein. Und für die Intelligenten. Beschäftigungstherapie, auf dem Niveau eine fünfjährigen. Ich kapsele mich ab. Lausche der Musik. Schreibe um mich ab zu lenken.

